Sehr geehrte Aktionärin, sehr geehrter Aktionär

Im vergangenen Geschäftsjahr 2017 haben wir viele Highlights, aber auch Tiefpunkte durchlebt. Mit der Übernahme von Bilfinger Hochbau zum Jahresstart haben wir unsere Position im grössten Markt für Baudienstleistungen in Europa markant ausgebaut und sind so regional breiter abgestützt. Verschiedene Grossprojekte im Infrastrukturbereich haben an Fahrt gewonnen, etwa die beiden Lose beim Megaprojekt «Grand Paris Express», mit denen wir die Internationalisierung der Gruppe projektbasiert weitertreiben. Unerfreulich waren hingegen die Risikoanpassungen, die wir im ersten Halbjahr vornehmen mussten. Der tragische Verlust von unserem CEO in Norwegen hat uns alle schwer getroffen. Erfreulich ist sicherlich die Tatsache, dass wir im Kerngeschäft eine gute operative und finanzielle Performance gezeigt haben. Dies wird durch das starke Momentum in der zweiten Jahreshälfte und insbesondere durch den rekordhohen Free Cashflow untermauert. Der hohe und qualitativ gute Auftragsbestand sowie die robusten Märkte bestärken unseren positiven Ausblick.

Marktposition in Deutschland markant gestärkt

Mit der Übernahme von Bilfinger Hochbau im Frühjahr 2017 hat Implenia ihr Leistungs­angebot im deutschen Markt auf einen Schlag ausgebaut und eine bedeutende Marktposition erlangt. Damit haben wir einen wichtigen strategischen Schritt hin zur stärkeren Internationalisierung gemacht. Mit den Aktivitäten im Ausland ist es uns gelungen, die Basis für nachhaltiges und profitables Wachstum zu verbreitern.

Volle Auftragsbücher mit guter Qualität

2017 haben wir es geschafft, akquisitorisch und organisch, unsere Auftragsbücher zu stärken. Insbesondere die Segmente Schweiz und International verzeichneten ein gutes Momentum. Zum Jahresende können wir damit erneut einen Wert auf Rekordniveau präsentieren. Noch wichtiger als das quantitative Wachstum ist jedoch die Tatsache, dass unser Auftragsbuch von hoher Qualität ist.

Gute operative Geschäftsentwicklung

In der Berichtsperiode haben wir es geschafft, die Profitabilität deutlich zu verbessern. Das EBITDA als wichtigste Kennziffer für die operative Performance erreicht mit 173,8 Mio. Franken einen neuen Rekordwert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Verbesserung von 4,6 Prozent. Das EBIT der Geschäftsbereiche (exkl. PPA) liegt bei 103,2 Mio. Franken und übertrifft damit unseren Jahresausblick. Unter Ausklammerung der Anpassungen aus dem ersten Halbjahr auf dem Projektportfolio in Norwegen, den Forderungen im Zusammenhang mit den hängigen Verfahren beim Stadion Letzigrund und den beschleunigten Optimierungs­massnahmen im Strassen- und Tiefbau in der Deutschschweiz hätte die Gruppe sogar ein EBIT von rund 140 Mio. Franken erreicht. Alle Segmente haben einen positiven Ergebnisbeitrag geleistet. Hervorragend war die Performance in der Projekt­entwicklung, aber auch der Geschäftsbereich Buildings und die Grossprojekte im Infrastrukturgeschäft haben sehr gute Leistungen erbracht. Unter dem Strich erzielt Implenia im Geschäftsjahr 2017 ein Konzernergebnis (exkl. PPA) unter Berücksichtigung der Anpassungen im ersten Semester von 65,4 Mio. Franken.

Neuer Schwung für die Nachhaltigkeit

Zu Beginn der Berichtsperiode hatten wir uns Gedanken gemacht, wie wir das Thema Nachhaltigkeit innerhalb der Gruppe breiter und stärker verankern können. Aus diesem Sustainability Workshop sind konkrete Massnahmen hervorgegangen. Unter «Chantier Marguerite» haben wir etwa ein erstes Pilotprojekt für die nachhaltige Baustellen­führung gestartet. Ziel ist es, den Energieverbrauch, die Luft-, Lärm-, Wasser- und Bodenverschmutzung sowie den Abfall zu reduzieren. Und mit unserem grossen Bauwissen haben wir vor Ort ein soziales Projekt von «Smiling Gecko» in Kambodscha nachhaltig unterstützt. Über weitere Initiativen und die erreichten Ziele werden wir im Sommer 2018 in unserem neusten Nachhaltigkeitsbericht ausführlich berichten.

­Digitalisierung bei Implenia

An unserer Digitalisierungsstrategie arbeiten wir konsequent weiter und haben auch im vergangenen Geschäftsjahr einen klaren Fokus auf die Themen Digitalisierung und Operational Excellence gerichtet. Die dafür aufgewendeten Mittel sind ein wichtiges Investment für die Zukunft. Der Prozess der Digitalisierung und die damit verbundene Transformation werden uns und die ganze Bauindustrie auch in Zukunft stark beschäftigen.

Unsere Mitarbeitenden sind der Schlüssel zum Erfolg

Im Rahmen unserer Management-Entwicklungsprogramme («Winning Performance» und «Winning the Future») haben wir unsere Führungskräfte aus dem mittleren und oberen Kader bei ihrer persönlichen Entwicklung unterstützt. Und auch bei unseren jüngsten Mitarbeitenden sind wir aktiv: Implenia beschäftigt per Ende Jahr insgesamt 296 Lernende. Darauf sind wir stolz. Zusammen mit der ETH Zürich arbeiten wir zudem daran, das Know-how in den Bauwissenschaften weiterzuentwickeln, und unterstützen eine Assistenzprofessur am Institut für Bau- und Infrastrukturmanagement.

Dividende

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung der Implenia AG vom 27. März 2018 aufgrund des guten zugrunde liegenden operativen Ergebnisses 2017 und aufgrund des ausgezeichneten Free Cashflow eine Dividende analog zum Vorjahr von 2.00 Franken je Aktie.

Zuversichtlicher Ausblick

Wir sind optimistisch. Implenia hat volle und qualitativ gute Auftragsbücher, die Märkte sind gesund und das Unternehmen ist gut aufgestellt. Die Basis für ein gutes Wachstum im Ausland ist gelegt. Die im Frühjahr 2017 neu kommunizierten Mittelfristziele von einem Top-Line-Volumen von rund 5 Mrd. Franken und einer EBITDA-Marge zwischen 5,25 Prozent und 5,75 Prozent werden bestätigt.

Dank

Für die geleistete Arbeit und die guten Ergebnisse gebührt unser Dank unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit ihrem täglichen Einsatz, ihrem Wissen und Tatendrang bringen sie Implenia jeden Tag einen Schritt voran. Dafür danken wir ganz herzlich. Für den Erfolg braucht es aber auch das Vertrauen unserer Kunden und nicht zuletzt auch die Treue von Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre. Gemeinsam wollen wir weiter an unserem Erfolg arbeiten.

Hans Ulrich Meister
Verwaltungsratspräsident

Anton Affentranger
CEO