«Alles, was unsere Bauarbeiter an Land machen, schaffe ich unter Wasser.»

Damien Brunelli ist Berufs­taucher bei Implenia. Ja, das haben Sie jetzt richtig gelesen. Implenia beschäftigt in der Westschweiz ein kleines, aber feines Tauchteam, um Bauarbeiten in Flüssen oder Seen auszuführen, und manchmal auch in Kläranlagen. Der 25-jährige Damien Brunelli und seine Kollegen sind unsere Männer für alle Fälle.

«Ich brauche den Nervenkitzel», sagt Damien Brunelli und schmunzelt. In der Freizeit Motorrad zu fahren, war dem gelernten Heizungs­monteur irgendwann nicht mehr genug. Als er dann 2015 als Schweisser arbeitete und von der Möglichkeit erfuhr, Schweissarbeiten unter Wasser ausführen zu können, stand für ihn fest, dass er Berufstaucher werden wollte. Gesagt, getan – flugs absolvierte er die Ausbildung am «Institut National de la Plongée Professionnelle» (INPP) im französischen Marseille. Das bedeutet, drei Monate lang neben der Theorie auch jeden Tag ab ins Nass. Mit dem Zertifikat in der Tasche stieg er 2016 über einen befristeten Vertrag bei Implenia in der Westschweiz ein. Die Festanstellung liess nicht lange auf sich warten. Damien Brunelli ist Teil des 20-köpfigen Teams, das sich an Land und unter Wasser um Hydraulik­arbeiten kümmert, darunter neben ihm noch zwei weitere Taucher (Emilien Gete und Jean-Baptiste Houot), ein Tauchvorarbeiter (Thierry Aillain), ein Tauchbauführer (Jean-Philippe Rauch) und ein Bereichsleiter (Alain Berrut).

Damien Brunelli, Berufstaucher

«Ich arbeite sehr gerne für Implenia. Das Unter­nehmen ist gut aufgestellt, in der Lage, grosse und interessante Baustellen auszuführen, und verfügt über eine hoch­professionelle Tauch­ausrüstung.»

Damien Brunelli, Berufstaucher

Taucheranzug unter Druck

Heute steht ein nicht alltäglicher Auftrag in einer Abwasser­reinigungs­anlage in Satigny, im Kanton Genf, an. Gute Sichtverhältnisse im Wasser sehen anders aus. Doch das schreckt unsere Taucher nicht ab. «Manchmal machen die Umstände nicht gerade Lust aufs Tauchen. Aber sobald der Helm unter Wasser ist, kommt die Freude am Tauchen zurück und man konzentriert sich voll und ganz auf seine Arbeit», sagt Damien Brunelli. Nach genauer Planung des Manövers und akribischem Anlegen der professionellen Tauchausrüstung steigt er ins Wasser. Bei Einsätzen dieser Art, die im Vergleich zu Tauchaktionen in klareren Gewässern wie Seen und Flüssen selten vorkommen, steht der Tauchanzug komplett unter Druck, sodass nichts in ihn eindringen kann. Einmal unter dem Wasserspiegel, gelingt es Damien Brunelli, ein defektes Druckluftventil der Kläranlage auszutauschen – und das trotz die Feinmotorik einschränkender Handschuhe und begrenzter Sichtverhältnisse. Dank seinem Einsatz kann sich der Kunde ein kostspieliges Leeren und Säubern des Beckens ersparen.

Einer für alle, alle für einen

Im Gegensatz zum Freizeittauchen, bei dem man grundsätzlich mindestens zu zweit, mit einem Dive-Buddy, abtaucht, arbeiten die Implenia Taucher alleine unter Wasser. Ein Sicherheitsrisiko? Weit gefehlt! «Über eine Schnur, die sogenannte Wasserpfeife, bin ich stets in Telefon- und Kamerakontakt mit meinen beiden Kollegen auf dem Steg, das sorgt für Sicherheit», erzählt Damien Brunelli. Über die Schnur werden ebenfalls die Luftzufuhr und die Stromversorgung für die Beleuchtung reguliert. Der Taucher trägt zusätzlich eine Luftflasche auf dem Rücken, falls die Luftzufuhr über die Wasserpfeife einmal Probleme bereiten sollte. Findet ein Tauchgang statt, sind alle drei Taucher vor Ort. Während der heutige Dive Manager Thierry Aillain die Versorgung und Tauchzeiten stets im Auge behielt, war der Notfalltaucher für diesen Tauchgang, Jean-Baptiste Houot, in voller Montur jederzeit bereit, im Falle von Problemen zu Damien Brunelli hinabzutauchen.

Nervenkitzel-Faktoren für Berufstaucher

Wetter: Damien Brunelli hat an einem windigen Tag bereits Wellen von bis zu 1,5 m Höhe auf dem Genfersee erlebt. Einmal unter Wasser, spielen Wellen kaum mehr eine Rolle. Das Wetter kann aber den Zugang zur Tauchstelle erschweren.
Unvorhersehbare Gefahren: Das grösste Risiko bleiben schlecht geschlossene oder defekte Ventile, aufgrund deren ein Taucher angesaugt werden und in einer Passage stecken bleiben kann.
Strömung: Vor allem bei der Unterwasserarbeit in Flüssen sind die Taucher Strömungen ausgesetzt. Herrscht starke Strömung, kommen von Implenia selbst entwickelte Schutzschilde zur Abschirmung zum Einsatz. Das sind mit engmaschigem Gitternetz bestückte Stahlstrukturen, hinter denen die Taucher geschützt arbeiten können.

Drei Stunden maximal

Ein Ventil in einem Klärbecken zu reparieren, ist eine Sache. Ein acht Kilometer langes Rohr mit einem Durchmesser von 1,8 m in einer Tiefe von bis zu 55 m im Genfersee zu verlegen, die andere. Das ist der nächste Auftrag, der ansteht. Über das Rohr soll später Seewasser die umliegenden Gebäude kühlen. Dort unten herrscht eine Wassertemperatur von vier Grad Celsius. Das erfordert aufseiten der Taucher Vorbereitung. «Wir sind gut ausgestattet gegen die Kälte. Unter den Anzug ziehen wir diverse Schichten von Isolationskleidung an», erklärt Damien Brunelli. Tauchgänge in solchen Tiefen sind physisch und psychisch anstrengend. Deshalb ist die Tauchzeit auf drei Stunden alle 24 Stunden begrenzt, wobei Dekompressionsstopps mit eingeschlossen sind. Nach diesen drei Stunden ist der nächste Taucher an der Reihe, die Arbeiten unter Wasser fortzusetzen. Zu den Arbeiten gehören neben der Verlegung von Leitungen das Schweissen, Brennschneiden, der Schalungsbau, die Armierung sowie das Betonieren. «Tatsächlich werden alle Montage- und Tiefbauarbeiten, die über Wasser gemacht werden, auch unter Wasser ausgeführt», sagt Damien Brunelli: «Nur wissen das nicht viele und das Element Wasser macht die Arbeiten noch spannender und abwechslungsreicher!»

Was machen die Taucher, wenn sie nicht tauchen?

Diese Frage stellt sich, denn ein Arbeitstag hat etwa acht Stunden und die Taucher dürfen maximal drei Stunden tauchen. Tauchen die Taucher gerade einmal nicht und überwachen keinen Tauchgang eines Kollegen, werden sie zu Bauarbeitern an Land oder auf den Pontons. Ob über oder unter Wasser, auf die Mitarbeit unserer Taucher auf den Implenia Baustellen ist Verlass.

Interessiert an einer spannenden Aufgabe?

Implenia bietet vielfältige Jobprofile aus unterschiedlichsten Bereichen an. Besuchen Sie unser Stellenportal oder kontaktieren Sie unsere HR-Abteilung direkt, um etwas Passendes für Sie zu finden. Unser Taucher-Team freut sich selbstverständlich auch über weibliche Verstärkung.

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