«Die Digitalisierung im Ingenieurbau ist mein Steckenpferd.»

Mit Building Information Modeling (BIM) werden Gebäude und andere Bauwerke digital modelliert. Das senkt Projektrisiken und Ausgaben, optimiert Zeitpläne und führt zu einer höheren Qualität – sowohl in der Planung als auch in der Ausführung. Die gebürtige Venezolanerin Mariel Rivero Dapena hilft als BIM-Entwicklerin bei Implenia, die Methode auch im Ingenieurbau zu etablieren.

Mit leisem Sirren erhebt sich die Drohne senkrecht in den blauen Himmel und schwebt kurz darauf über dem Rhein. Fast neugierig umkreist sie die Mülheimer Brücke, welche die Kölner Stadtteile Mülheim und Riehl verbindet. Die Mission: Der mit einer Kamera bestückte unbemannte Flugkörper soll aus allen erdenklichen Blickwinkeln hochauflösende Luftbilder der Hängebrücke liefern, die aktuell von Implenia einer Generalsanierung unterzogen wird.

Navigiert wird die Drohne von Mariel Rivero Dapena, die als BIM-Entwicklerin im Bereich Ingenieurbau bei Implenia tätig ist. Ihr Schwerpunkt liegt in der Forschung und Entwicklung: «Zu meinen Hauptaufgaben zählen unter anderem das Testen und Anpassen von Software sowie die anwendungsbezogene Beratung der operativen Einheiten in Bezug auf die Softwareauswahl und die damit zusammenhängenden Kosten.» Daneben führt sie Präsentationen und Schulungen durch und unterstützt die Einheiten mit Drohnenflügen, Geländemodellierungen und -kartierungen oder der Entwicklung und Erstellung von digitalen Modellen in der Bauplanung und -ausführung.

Mariel Rivero Dapena, BIM-Entwicklerin

«Bei Implenia habe ich die Chance, jeden Tag Neues zu lernen und gleichzeitig etwas zu bewirken.»

Mariel Rivero Dapena, BIM-Entwicklerin

Auf Umwegen zur Traumstelle

Mariel Rivero Dapena ist erst seit einigen Monaten bei Implenia. Die gebürtige Venezolanerin hat in ihrer Heimat Bauingenieurwesen studiert und anschliessend gemeinsam mit ihrer Cousine ein eigenes Bauunternehmen aufgebaut. 2015 hat die heute 34-Jährige aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Lage ihr Heimatland verlassen, um in Spanien ihr Diplom anerkennen zu lassen und eine weitere Mission anzutreten: Ihr Grossvater war in den 1950er-Jahren vor dem Franco-Regime nach Venezuela geflüchtet und als Enkelin konnte sie im Rahmen des «Gesetzes des historischen Andenkens» ihre spanische Staatsbürgerschaft anerkennen lassen.

Für Mariel Rivero Dapena war Spanien aber von Anfang an nur eine Zwischenstation. «Mein Ziel war klar. Ich wollte unbedingt nach Deutschland mit seinem modernen Bauwesen.» 2016 ging ihr Traum in Erfüllung und nach einigen Umwegen – unter anderem hielt sie sich als Reinigungskraft über Wasser, später als Bauleitungsassistentin – heuerte sie Mitte 2018 bei Implenia an. «Die ausgeschriebene Stelle war wie für mich gemacht, denn die Digitalisierung im Bauwesen ist mein Steckenpferd. Meine Arbeit ist unglaublich facetten- und abwechslungsreich», freut sich die ehrgeizige Bauingenieurin.

Erfolgreich gestartet

Bei Implenia fühlt sie sich rundum gut aufgehoben und integriert, wie Mariel Rivero Dapena ausführt: «Zum einen habe ich die Chance, jeden Tag Neues zu lernen und gleichzeitig etwas zu bewirken. Zum anderen profitiere ich von zahlreichen Weiterbildungs­möglichkeiten. Neben fachlichen Ausbildungen habe ich inzwischen auch schon an einem privaten Sprachkurs und einem Feuerwehrhelferkurs teilgenommen.» Sie hebt aber auch das ganz spezielle Zusammen­gehörigkeits­gefühl bei Implenia hervor: «Der Teamspirit ist einfach einzigartig – auch auf den Baustellen.» Seit Kurzem singt sie sogar in der spontan gegründeten BimPlenia Band, die unter anderem an einer Firmenweihnachtsfeier für Stimmung sorgte.

BIM: Der virtuelle Bauwerkszwilling

Implenia nimmt im Bereich BIM eine Vorreiterrolle ein: Die Gruppe unterhält ein eigenes Kompetenz­zentrum und gestaltet aktiv die digitale Zukunft im Bauwesen. Mit BIM wird ein digitaler Zwilling eines Bauwerks erstellt. Jedes Element wird dabei mit all seinen Eigenschaften als Datenobjekt in einem zentralen, virtuellen mehr­dimensionalen Modell definiert. Berücksichtigt werden dabei nicht nur sämtliche Baubestandteile, sondern beispielsweise auch Zeit- und Kostenpläne oder Umgebungs­informationen. Das Modell steht allen Fachdisziplinen zur Verfügung. So können die Prozesse über den ganzen Lebenszyklus eines Projekts von der Planung über die Erstellung bis hin zur Bewirtschaftung – entworfen, simuliert, optimiert und Probleme frühzeitig erkannt werden.

Virtuelles 3D-Modell der Mülheimer Brücke

Nach dem wortwörtlichen Ausflug an den Rhein wertet Mariel Rivero Dapena an ihrem Arbeitsplatz die auf dem Drohnenflug gesammelten Daten aus, bearbeitet sie und lässt sie anschliessend in ein 3D-Modell der Mülheimer Brücke einfliessen. Letzteres wird man später im Virtual-Reality-Raum bei Implenia virtuell begehen können und so einen realistischen Eindruck des Bauwerks erhalten.

Eine der Hauptaufgaben ist es, einen digitalen Katalog der einzelnen Bauelemente zu erstellen, die auch für künftige BIM-Projekte genutzt werden können. Das ist umso wichtiger, als dass die Methode im Ingenieurbau noch in den Kinderschuhen steckt, wie Mariel Rivero Dapena erklärt: «Während BIM im Hochbau mittlerweile häufig Anwendung findet, fangen wir in Deutschland im Ingenieurbau praktisch auf der grünen Wiese an. Bei Brücken sind die Anforderungen schlichtweg andere als bei Gebäuden.»

Mit ihrer Arbeit trägt Mariel Rivero Dapena dazu bei, BIM im Ingenieurbau weiter voranzutreiben: «Ich bin überzeugt, dass BIM nicht nur eine hoffnungsvolle Option ist, sondern bald schon vollständig in Ingenieurbau­projekte integriert sein wird.»

Gesamtinstandsetzung der Mülheimer Brücke

Die nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaute Kölner Mülheimer Brücke verbindet das rechtsrheinische Mülheim mit dem linksrheinischen Riehl. Die verkehrstechnisch wichtige vierspurige Hängebrücke, über die auch die Stadtbahn führt, befindet sich schon länger in einem schlechten Zustand. Jetzt wird sie von Implenia im Auftrag der Stadt Köln für rund EUR 137 Mio. gesamtsaniert und wieder instand gesetzt. Zwei der vier einzelnen Bauwerke werden abgerissen und neu aufgebaut, die übrigen Bauteile werden instandgesetzt und verstärkt. Weitere Arbeiten umfassen die Belagserneuerungen der Fahrbahnen und Gehwege, den Neubau von Entwässerungs­einrichtungen sowie den Austausch der Hängeseile. Bis 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und die Brücke wieder in neuem Glanz erstrahlen.

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