Implenia – bereit für die Zukunft

2018 war ein herausforderndes Jahr, welches verschiedene Schwierigkeiten in vereinzelten Einheiten und Projekten offengelegt hat. Auf Umsatz- und Produktionsleistungsstufe hat die Gruppe ein erfreuliches Wachstum im Vergleich zum Vorjahr erzielt, insbesondere dank dem Segment Infrastructure, aber auch dank den Segmenten International und Schweiz. Auch das Segment Development hat erneut eine erfreuliche Leistung erzielt. Die Herausforderungen zeigen sich in den Ergebniskerngrössen EBITDA und EBIT, die beide einen bedeutenden Einschnitt gegenüber der Vergleichsperiode erlitten haben. Die Gründe liegen vor allem in den Einheiten Norwegen, Südbaden und einer Tochtergesellschaft von Implenia Construction Germany in Polen und sind mitunter auf strukturelle Defizite zurückzuführen. Die Behebung dieser Schwächen läuft und erste Schritte wurden unternommen. Implenia bleibt jedoch weiterhin optimistisch für die Zukunft, insbesondere aufgrund der neu entwickelten Strategie, des hohen Auftragsbestands, der guten Positionierung, der breit abgestützten technischen und organisatorischen Kompetenzen und der robusten Märkte.

­­Implenia Gruppe – «One company, one goal, one spirit»

6248 (6043)

Auftragsbestand, Mio. CHF

90 (174)

EBITDA, Mio. CHF

4364 (3859)

Umsatz, Mio. CHF

41 (103)

EBIT exkl. PPA, Mio. CHF

16 (197)

Operativer Cashflow, Mio. CHF

7% (27%)

ROIC

 

Schweizer Baumarkt bleibt auf hohem Niveau

Insgesamt bleibt die Bauindustrie ein Wachstumsmarkt. Megatrends wie Urbanisierung und Mobilität bieten auch in Zukunft klares Wachstumspotenzial. Die Schweizer Baubranche blickt auf eine längere Boomphase zurück. Dieses Wachstum hat sich zuletzt aber etwas abgebremst. Im Jahr 2018 liegt die Bausumme im Hochbau voraussichtlich leicht unter Vorjahr. Der Markt bleibt weiterhin auf einem hohen Niveau. Der Wohnungsbau setzt die erwartete Seitwärtsbewegung fort. Der Wirtschaftsbau hat sich aufgrund der guten Konjunktur indes zu einem Zugpferd entwickelt und dürfte bezüglich des Umsatzes das erfolgreichste Jahr seit 2009 ausweisen. Der Tiefbau zeigt eine solide Entwicklung. Der Geschäftsgang ist stark von der Auflage öffentlicher Grossprojekte abhängig. Insgesamt sind die Perspektiven im Tiefbau unverändert positiv.

Schlüsselzahlen Konzern

 

2018

2017

Δ

Δ like for like1

 

1000 CHF

1000 CHF

  

Konzernumsatz

4 364 473

3 859 478

13,1%

11,6%

EBIT der Geschäftsbereiche exkl. PPA

40 623

103 195

(60,6%)

(58,9%)

EBIT der Geschäftsbereiche

22 558

65 474

(65,5%)

(61,8%)

Operatives Ergebnis

12 935

63 591

(79,7%)

(75,3%)

Konzernergebnis exkl. PPA

13 149

65 438

(79,9%)

(76,9%)

Konzernergebnis

504

39 033

(98,7%)

(92,4%)

EBITDA

89 726

173 835

(48,4%)

(47,8%)

in % des Konzernumsatzes

2,1%

4,5%

  

Free Cashflow

(52 586)

162 535

  

Netto-Cash-Position (per 31.12.)

397 211

488 513

(18,7%)

(17,1%)

Eigenkapital (per 31.12.)

585 175

654 909

(10,6%)

(9,6%)

Auftragsbestand (per 31.12.)

6 248 291

6 043 261

3,4%

5,6%

Produktionsleistung

4 452 761

3 926 727

13,4%

11,8%

Vollzeitstellen (FTE; per 31.12.)

9 781

9 342

4,7%

 

1   Fremdwährungsbereinigt

Schlüsselzahlen Bilanz

   
 

31.12.2018

31.12.2017

Δ

 

1000 CHF

1000 CHF

 

Flüssige Mittel

913 233

985 443

(7,3%)

Immobiliengeschäfte

185 292

158 055

17,2%

Übriges Umlaufvermögen

1 044 098

1 043 616

0,0%

Anlagevermögen

718 732

709 880

1,2%

Total Aktiven

2 861 355

2 896 994

(1,2%)

 

Finanzverbindlichkeiten

516 022

496 930

3,8%

Übriges Fremdkapital

1 760 158

1 745 155

0,9%

Eigenkapital

585 175

654 909

(10,6%)

Total Passiven

2 861 355

2 896 994

(1,2%)

Netto-Cash-Position

397 211

488 513

(18,7%)

Investitionen in Immobiliengeschäfte

62 821

39 802

57,8%

Investitionen in Sachanlagen

80 025

70 050

14,2%

Eigenkapitalquote

20,5%

22,6%

 

Starke internationale Heimmärkte

In Deutschland weist die Bauwirtschaft erneut ein sehr gutes Jahr mit vielen Rekorden aus. Einerseits profitierte der Wohnungsbau von der guten Wirtschaftsentwicklung, andererseits hat die Bundesregierung ihre Ausgaben für die Verkehrsinfrastruktur in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. In Österreich hat sich der Hochbau ebenfalls positiv entwickelt. Noch besser gestalten sich allerdings die Perspektiven im österreichischen Tiefbau. Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt der Verkehrsbau und insbesondere der Bahnausbau, welcher vom öffentlichen Rahmenplan 2018–2023 profitiert. In Norwegen sind die Bauausgaben sowohl im Hoch- wie auch im Tiefbau weiterhin durch die öffentlichen Ausgaben getrieben. Wie in Schweden sind es die Investitionen aus dem Transportinfrastrukturplan, die das Wachstum im Infrastrukturbau befeuern. In Schweden hat die Regierung den Plan für die Periode 2018–2029 derweil um weitere EUR 11 Mrd. erhöht. Auch Frankreich konnte im letzten Jahr den vielversprechenden Trend aus dem Vorjahr mit einem gesunden Wachstum im Ingenieur- und Tiefbau bestätigen.

  • Für 3. Folgejahr und ff.
  • Für 2. Folgejahr
  • Für 1. Folgejahr

Auftragsbestand

   
 

31.12.2018

31.12.2017

Δ

 

1000 CHF

1000 CHF

 

Schweiz

3 031 301

2 956 197

2,5%

Infrastructure

1 527 835

1 340 700

14,0%

International

1 689 155

1 746 364

(3,3%)

Total Auftragsbestand

6 248 291

6 043 261

3,4%


Produktions­leistung

   
 

2018

2017

Δ

 

1000 CHF

1000 CHF

 

Development

107 772

140 254

(23,2%)

Schweiz

2 522 570

2 356 438

7,1%

Infrastructure

852 337

615 444

38,5%

International

1 538 559

1 308 761

17,6%

Diverses / Eliminierung konzerninterner Leistungen

(568 477)

(494 170)

(15,0%)

Total Produktions­leistung

4 452 761

3 926 727

13,4%

Umsatz und Produktionsleistung legen zu

Implenia hat im Geschäftsjahr 2018 einen konsolidierten Umsatz von CHF 4364 Mio. erwirtschaftet (2017: CHF 3859 Mio.). Dies ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von rund 13%. Das organische Wachstum beträgt 10,2%, der Rest entfällt auf Währungseinflüsse und die Übernahme von Bilfinger Hochbau, welche das erste Mal über zwölf Monate konsolidiert wurde. Die konsolidierte Produktionsleistung beträgt im Berichtszeitraum CHF 4453 Mio. (2017: CHF 3927 Mio.). Ein starkes Top-Line-Wachstum hat insbesondere das Segment Infrastructure erzielt, aber auch die Segmente International und Schweiz haben zu diesem Wachstum positiv beigetragen.

Anpassungen belasten das Ergebnis

Im Berichtsjahr ist die Profitabilität aufgrund der im Dezember angekündigten Wertberichtigungen deutlich belastet. Im Zuge der Weiterentwicklung der Strategie hatte die Überprüfung der unternehmerischen und wirtschaftlichen Risiken Probleme in vereinzelten Einheiten und Projekten offengelegt – dies insbesondere in Norwegen, Südbaden sowie bei einer Tochtergesellschaft von Implenia Construction Germany in Polen. Das EBITDA der Gruppe liegt mit CHF 89,7 Mio. klar unter dem Wert des Vorjahres von CHF 173,8 Mio. Im Verhältnis zum Umsatz resultiert eine Marge von 2,1% (2017: 4,5%).

  • EBIT der Geschäftsbereiche exkl. PPA

Das EBIT der Geschäftsbereiche (exkl. PPA) liegt bei CHF 40,6 Mio. (2017: CHF 103,2 Mio.). Damit liegt das Ergebnis im Rahmen der Ende Jahr kommunizierten Bandbreite. Die Überprüfung der unternehmerischen und wirtschaftlichen Risiken hat keine weiteren materiellen Probleme hervorgebracht als die bereits in der angepassten Ergebniserwartung von Anfang Dezember 2018 kommunizierten.

Das Segment Development hat erneut ein ausgezeichnetes Ergebnis geliefert. Ein sehr gutes Resultat hat auch das Segment Infrastructure erzielt, während sich das Segment Schweiz im Rahmen der Erwartungen entwickelt hat. Im Segment International belasten die bereits erwähnten Probleme das Ergebnis. Implenia hat auch im vergangenen Geschäftsjahr in die Digitalisierung und die Konsolidierung der IT-Systeme der Gruppe investiert. Aufgrund der Integrationen der vergangenen Jahre sind die Kosten für die unterhaltene Systemlandschaft klar angestiegen.

Für das Geschäftsjahr 2018 weist Implenia daher eine schwarze Null aus. Das Konzernergebnis liegt bei CHF 0,5 Mio. nach CHF 39,0 Mio. im Vorjahr.

  • Konzernergebnis exkl. PPA

Zugrundeliegendes Geschäft ist intakt

Der operative Cashflow ist positiv ausgefallen, obwohl Kreditoren im Umfang eines dreistelligen Millionenbetrages schneller bezahlt wurden. Implenia stärkt damit strategische Partnerschaften zu Lieferanten und Partnern. Gleichzeitig optimiert das Unternehmen seine Kosten angesichts des anhaltend negativen Zinsumfelds. Diese Massnahme wirkt sich zudem positiv auf die Bilanzlänge und Eigenkapitalquote aus. Der Free Cashflow für das Geschäftsjahr 2018 fällt insgesamt mit CHF –52,6 Mio. negativ aus (2017: CHF 162,5 Mio.). Unter Ausklammerung der beschleunigten Zahlungen hätte aber ein deutlich positiver Free Cashflow resultiert. Dies zeigt, dass das zugrunde liegende operative Geschäft sehr gesund ist. Der Cashbestand lag per Ende Jahr weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

  • Investiertes Kapital (in Mio. CHF)

Investiertes Kapital

   
 

31.12.2018

31.12.2017

Δ

 

1000 CHF

1000 CHF

 

Umlaufvermögen (ohne flüssige Mittel)

1 229 390

1 201 671

2,3%

Anlagevermögen (ohne Vorsorgeaktiven)

713 025

704 135

1,3%

Abzüglich Fremdkapital
(ohne Finanzverbindlichkeiten und Vorsorgepassiven)

(1 739 480)

(1 726 075)

(0,8%)

Total investiertes Kapital

202 935

179 731

12,9%


Operatives Ergebnis

   
 

2018

2017

Δ

 

1000 CHF

1000 CHF

 

Development

40 257

39 241

2,6%

Schweiz

53 384

43 626

22,4%

Infrastructure

22 255

14 419

54,3%

International

(93 338)

(31 812)

 

Diverses / Holding

(9 623)

(1 883)

 

Total operatives Ergebnis

12 935

63 591

(79,7%)

Solides finanzielles Fundament

Die Bilanzsumme liegt per Jahresende 2018 bei CHF 2861 Mio. (2017: CHF 2897 Mio.). Trotz des hohen Umsatzwachstums ist die Bilanzsumme stabil geblieben, insbesondere, da Implenia erneut eine hohe Disziplin bei der Bewirtschaftung des Betriebskapitals an den Tag legte. Das Eigenkapital liegt per Ende Jahr bei CHF 585,2 Mio. und damit unter dem Vorjahreswert (2017: CHF 654,9 Mio.). Gründe sind die Dividendenzahlung und ein tiefes übriges Gesamtergebnis. Die Eigenkapitalquote liegt bei 20,5%, nach 22,6% im Vorjahr. Die Gruppe weist damit im Branchenvergleich weiterhin eine solide Eigenkapitalbasis auf. Implenia bekennt sich klar zur Aufrechterhaltung ihres Investment-Grade-Ratings.

Positive Aussichten im Schweizer Markt

Die Aussichten für die weitere Entwicklung der Schweizer Baubranche sind positiv. So erwartet etwa die Schweizer Nationalbank, dass die Baubranche nach den jüngst starken Wachstumsjahren auf einem hohen Niveau bleiben dürfte. Die Zahl der Baugesuche hat sich zuletzt kaum verändert. Die robuste Konjunktur und die tiefen Zinsen prägen das weiterhin investitionsfreundliche Klima. Zwischenzeitliche Korrekturen aufgrund einer Marktkonsolidierung sind jedoch möglich. Eine allgemeine Trendwende im Hochbau in Bezug auf eine Überproduktion wäre jedoch erst mit einem materiellen Anstieg des Zinsniveaus zu erwarten. Im Tiefbau stehen die Ampeln unverändert auf Grün. Der Fonds zu «Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur» (FABI), der «Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds» (NAF) sowie finanziell gesunde öffentliche Haushalte bieten sehr gute Voraussetzungen über den Wirtschaftszyklus hinaus.

Europas Bauwirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

Die europäische Bauwirtschaft wird voraussichtlich bis ins Jahr 2021 weiter wachsen – wenn auch nicht mit gleich hoher Intensität. Grund dafür ist in erster Linie der hohe Basiseffekt nach dem starken Wachstum der vergangenen Jahre. Zu den Haupttreibern des Aufschwungs im europäischen Bau zählen die gute Wirtschaftslage, das attraktive Zinsumfeld sowie die gestiegenen Handlungsspielräume der öffentlichen Hand. Die zunehmende Urbanisierung in weiten Teilen Europas erfordert nicht nur den Ausbau des Wohnangebots, sondern auch der Infrastruktur.

Deutschland befindet sich nach wie vor in einer starken Wachstumsphase, auch wenn der Aufschwung leicht an Dynamik eingebüsst hat. Die deutsche Bauwirtschaft hat ihre Auftragsbücher 2018 mit einem Plus von rund 10% so stark gefüllt wie seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr. Die Kapazitätsengpässe in der Bauwirtschaft haben daher in Deutschland spürbar zugenommen. Dies zeigt sich etwa beim Anstieg der Preise oder beim anhaltenden Fachkräftemangel.

In Österreich dürfte sich das Wachstum im Hochbau langsam abschwächen. Die Aussichten für Investitionen insbesondere im Bahnbau, aber auch im Strassenbau, bleiben aber auf Expansionskurs. Die Transportinfrastrukturpläne in Norwegen und in Schweden sorgen für anhaltend hohes Wachstum in den beiden skandinavischen Heimmärkten der Gruppe. In Norwegen liegt die Wachstumsprognose 2019–2021 im Tiefbau bei 10–15%, in Schweden bei 5–7%.

Hoher Auftragsbestand stützt positive Aussichten

Mit CHF 6248 Mio. weist der Auftragsbestand auf Gruppenebene per Ende 2018 einen Topwert aus (2017: CHF 6043 Mio.). Dieses Wachstum wurde organisch erwirtschaftet. Die Währungseffekte haben sich mit 2,2% negativ auf das Auftragsbuch ausgewirkt. Insbesondere das Segment Infrastructure hat mit attraktiven Auftragsgewinnen ausserhalb der Schweiz zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen. Die Segmente Schweiz und International weisen Zahlen im Rahmen des Vorjahres aus.

Ende 2018 beschäftigte Implenia 9781 Personen (auf Vollzeitstellen umgerechnet, inklusive temporär Mitarbeitende), gegenüber 9342 Personen per Ende 2017.

­­Implenia Gruppe – «One company, one goal, one spirit»

6248 (6043)

Auftragsbestand, Mio. CHF

90 (174)

EBITDA, Mio. CHF

4364 (3859)

Umsatz, Mio. CHF

41 (103)

EBIT exkl. PPA, Mio. CHF

16 (197)

Operativer Cashflow, Mio. CHF

7% (27%)

ROIC