­Implenia Gruppe – «One company, one goal, one spirit»

6043 (5172)

Auftragsbestand, Mio. CHF

174 (166)

EBITDA, Mio. CHF

3859 (3267)

Umsatz, Mio. CHF

103 (114)1

EBIT exkl. PPA, Mio. CHF

163 (28)

Free Cashflow, Mio. CHF

35% (33%)

ROIC



1   Restated, siehe Seite 232, Erläuterung 5

Gute zweite Jahreshälfte

Implenia hat im Jahr 2017 nach einem anspruchsvollen Start eine starke Leistung im zweiten Halbjahr erbracht und insgesamt ein gutes Ergebnis erzielt. Das EBITDA als wichtigste Kerngrösse für die operative Performance erreicht einen neuen Rekordwert. Das EBIT der Geschäftsbereiche (exkl. PPA) übertrifft den Ausblick von Mitte Jahr. Alle Segmente haben einen positiven Gewinnbeitrag geleistet. Das Schweizer Geschäft und die Segmente Development sowie Infrastructure waren dabei besonders erfreulich. Der Auftragsbestand bleibt auf Rekordniveau. Aufgrund der guten Positionierung, der breit abgestützten technischen und organisatorischen Kompetenzen, der ausgebauten Marktstellung in Deutschland und den robusten Märkten ist Implenia optimistisch für die Zukunft.

­Implenia Gruppe – «One company, one goal, one spirit»

6043 (5172)

Auftragsbestand, Mio. CHF

174 (166)

EBITDA, Mio. CHF

3859 (3267)

Umsatz, Mio. CHF

103 (114)1

EBIT exkl. PPA, Mio. CHF

163 (28)

Free Cashflow, Mio. CHF

35% (33%)

ROIC



1   Restated, siehe Seite 232, Erläuterung 5

 

Schweizer Bausektor bleibt dynamisch

Der Schweizer Bausektor hat sich als robust erwiesen. Profitiert hat die Bauwirtschaft von soliden Fundamentaldaten: Die Schweizer Wirtschaft ist trotz einem schwachen ersten Halbjahr gewachsen, die Finanzierungs­bedingungen sind unverändert positiv und die Nachfrage bei den institutionellen Anlegern bleibt aufgrund des Anlagenotstands hoch.

Schlüsselzahlen Konzern

2017

2016

Δ

Δ
like for like2

1000 CHF

1000 CHF

Konzernumsatz

3 859 478

3 266 986

18,1%

17,3%

EBIT der Geschäftsbereiche exkl. PPA1

103 195

114 111

(9,6%)

(9,2%)

EBIT der Geschäftsbereiche1

65 474

102 282

(36,0%)

(34,9%)

Operatives Ergebnis

63 591

97 907

(35,0%)

(33,9%)

Konzernergebnis exkl. PPA

65 438

72 733

(10,0%)

(9,3%)

Konzernergebnis

39 033

64 453

(39,4%)

(37,8%)

EBITDA

173 835

166 184

4,6%

4,6%

in % des Konzernumsatzes

4,5%

5,1%

Free Cashflow

162 535

27 942

481,7%

483,5%

Netto-Cash-Position (per 31.12.)

488 513

376 297

29,8%

25,8%

Eigenkapital (per 31.12.)

654 909

665 506

(1,6%)

(2,6%)

Auftragsbestand (per 31.12.)

6 043 261

5 171 795

16,9%

13,3%

Produktionsleistung

3 926 727

3 320 418

18,3%

17,3%

Vollzeitstellen (FTE; per 31.12.)

9 342

7 976

17,1%

1   Vorjahr restated, siehe Seite 232, Erläuterung 5

2   Fremdwährungsbereinigt

Der Wohnungsbau profitierte vom anhaltenden Tiefzinsumfeld und den attraktiven Immobilienrenditen. Erstmals seit 2013 wurden im letzten Jahr wieder mehr als 50‘000 Baugesuche eingereicht. Gleichzeitig hat die Zuwanderung allerdings abgenommen und die Leerstände, insbesondere an peripheren Lagen, haben zugenommen. Bei den Büro- und Gewerbeflächen hat sich eine leichte Erholung eingestellt.

Der Fonds zur «Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI)» zeigte bereits im vergangenen Jahr erste Wirkung. Der «Nationalstrassen- und Agglomerations­verkehrsfonds (NAF)» hingegen wird erst 2018 effektiv. Beide Pläne werden in den kommenden Jahren den Tief- und Infrastrukturbau in der Schweiz stützen.

Schlüsselzahlen Bilanz

   
 

31.12.2017

31.12.2016

Δ

 

1000 CHF

1000 CHF

 

Flüssige Mittel

985 443

791 703

24,5%

Immobiliengeschäfte

158 055

185 631

(14,9%)

Übriges Umlaufvermögen

1 043 616

1 087 291

(4,0%)

Anlagevermögen

709 880

564 552

25,7%

Total Aktiven

2 896 994

2 629 177

10,2%

     

Finanzverbindlichkeiten

496 930

415 406

19,6%

Übriges Fremdkapital

1 745 155

1 548 265

12,7%

Eigenkapital

654 909

665 506

(1,6%)

Total Passiven

2 896 994

2 629 177

10,2%

Netto-Cash-Position

488 513

376 297

29,8%

Investitionen in Immobiliengeschäfte

39 802

49 016

(18,8%)

Investitionen in Sachanlagen

70 050

61 243

14,4%

Eigenkapitalquote

22,6%

25,3%

Starke Entwicklung der ausländischen Heimmärkte

Deutschlands Wirtschaft ist auch im Jahr 2017 gewachsen und die Metropolen boomen. Trotz der anziehenden Bautätigkeit besteht unverändert ein Nachfrageüberhang im Bereich Wohnen. Die Büro- und Gewerbeflächen profitierten ebenfalls vom Wirtschaftswachstum.

Im Bereich des Infrastrukturbaus haben mehrere Faktoren die gute Entwicklung in Deutschland begünstigt. Einerseits hat sich die finanzielle Situation der Kommunen verbessert und auf Bundesebene erlaubt die Erhöhung der staatlichen Mittel höhere Investitionen in die Transport­infrastruktur. In Österreich sind die Investitionen insbesondere im Transport­­infra­struktur­­bereich ebenfalls erhöht worden, nachdem im Jahr 2016 praktisch kein Wachstum stattgefunden hatte. In Schweden ist der Nachholbedarf unverändert gross. Die Investitionen aus dem Transport­infrastrukturplan von 2014 sind der Hauptgrund für den Wachstumssprung bei den Infrastruktur­projekten. In Norwegen nahmen die Investitionen ebenfalls weiter zu. Der Markt profitiert vom politischen Willen, die Transportwege auszubauen und zu erneuern.

  • Für 3. Folgejahr und ff.
  • Für 2. Folgejahr
  • Für 1. Folgejahr

Auftragsbestand

   
 

31.12.2017

31.12.2016

Δ

 

1000 CHF

1000 CHF

 

Schweiz

2 956 197

2 637 186

12,1%

Infrastructure

1 340 700

1 524 423

(12,1%)

International1

1 746 364

1 010 186

72,9%

Total Auftragsbestand

6 043 261

5 171 795

16,9%

Produktionsleistung

   
 

2017

2016

Δ

 

1000 CHF

1000 CHF

 

Development

140 254

156 946

(10,6%)

Schweiz

2 356 438

2 412 223

(2,3%)

Infrastructure

615 444

516 057

19,3%

International1

1 308 761

719 812

81,8%

Diverses / Eliminierung konzerninterner Leistungen1

(494 170)

(484 620)

(2,0%)

Total Produktionsleistung

3 926 727

3 320 418

18,3%

1   Vorjahr restated, siehe Seite 232, Erläuterung 5

Umsatz steigt dank Aktivitäten im Ausland

Implenia hat 2017 einen konsolidierten Umsatz von 3859 Mio. Franken (2016: 3267 Mio.) erzielt. Zum Wachstum von rund 18 Prozent hat insbesondere die Erstkonsolidierung von Implenia Hochbau Deutschland beigetragen, organisch ist die Gruppe um rund 3 Prozent gewachsen, der Währungseinfluss liegt bei gut 1 Prozent. Die konsolidierte Produktionsleistung beträgt im gleichen Zeitraum 3927 Mio. Franken (2016: 3320 Mio.). Wie erwartet, weist die Gruppe im Markt Schweiz eine stabile Entwicklung aus und auch die Segmente International und Infrastructure haben zum Wachstum beigetragen.

  • EBIT der Geschäftsbereiche exkl. PPA
  • * Restated, siehe Seite 232, Erläuterung 5

Margenfokus zahlt sich aus

Implenia hat auf bereinigter Basis (ohne PPA und Projektanpassungen) die Profitabilität klar verbessert. Das EBITDA als wichtigste Kerngrösse für die operative Performance der Gruppe erreicht mit 173,8 Mio. Franken einen neuen Rekordwert. Im Vorjahr lag das EBITDA bei 166,2 Mio. Franken. Im Verhältnis zum Umsatz resultiert eine Marge von 4,5 Prozent. Unter Ausklammerung der Anpassungen aus dem ersten Halbjahr hätte Implenia ein EBITDA von knapp 210 Mio. Franken erreicht. Die entsprechende Marge würde mit 5,4 Prozent bereits im mittelfristig angestrebten Zielband von 5,25 Prozent bis 5,75 Prozent liegen.

Das EBIT der Geschäftsbereiche (exkl. PPA) liegt bei 103,2 Mio. Franken (2016 restated: 114,1 Mio.). Damit übertrifft die Gruppe ihren Ausblick und die Markterwartungen. Unter Ausklammerung der Anpassungen aus dem ersten Halbjahr auf dem Projektportfolio in Norwegen, den Forderungen im Zusammenhang mit den hängigen Verfahren beim Stadion Letzigrund und den beschleunigten Optimierungs­massnahmen im Strassen- und Tiefbau in der Deutschschweiz erreichte die Gruppe ein EBIT von rund 140 Mio. Franken.

Im Vergleich zum Vorjahr haben alle Segmente einen positiven Ergebnisbeitrag geleistet und insbesondere im zweiten Halbjahr eine überzeugende Performance ausgewiesen. Das Segment Development erzielt wiederum ein hervorragendes Ergebnis und unterstreicht damit die Qualität der Projektpipeline. Bereits zum dritten Mal in Folge verzeichnet das Segment einen neuen Rekordwert. Die Segmente Schweiz und Infrastructure zeigen ebenfalls sehr gute Ergebnisse. In der Schweiz zahlt sich die Disziplin in der Auftragsakquise aus und sorgt für ein qualitativ robustes Auftragsbuch. Infrastructure hat die Erwartungen übertroffen und bestätigt die eingeschlagene Internationalisierungs­strategie. Die Entwicklung im Segment ist durch Projekte in sechs verschiedenen Ländern breit abgestützt. Das Segment International hat insgesamt Ergebnisse im Rahmen der Erwartungen geliefert. Geprägt wurde dessen Entwicklung durch die Erstkonsolidierung der ehemaligen Bilfinger Hochbau in Deutschland. Auch nach Abzug aller Akquisitions- und Integrationskosten hat dieser Bereich einen positiven Beitrag geleistet.

Implenia verzeichnet für das Geschäftsjahr 2017 ein Konzernergebnis von 39,0 Mio. Franken (2016: 64,5 Mio.). Bereinigt um das PPA läge das Konzernergebnis bei rund 65 Mio. Franken.

  • Konzernergebnis exkl. PPA

Ausgezeichneter Cashflow bestätigt gute operative Leistung

Eine ausgezeichnete Entwicklung zeigt Implenia beim Free Cashflow. Dank der starken Entwicklung des Cashflow aus der Geschäftstätigkeit, einem signifikanten Rückgang des Umlaufvermögens sowie kaum veränderten Investitionen steigt der Free Cashflow auf 162,5 Mio. Franken nach 27,9 Mio. Franken im Vorjahr. Dieser Rekordwert untermauert die gute Verfassung des zugrunde liegenden operativen Geschäfts.

Die Rendite auf dem investierten Kapital erreicht 35,4 Prozent (2016: 33,3%) und liegt damit auch klar über den durchschnittlichen Kapitalkosten von 9,5 Prozent.

  • Investiertes Kapital (in Mio. CHF)

Investiertes Kapital

   
 

31.12.2017

31.12.2016

Δ

 

1000 CHF

1000 CHF

 

Umlaufvermögen ohne flüssige Mittel

1 201 671

1 272 922

(5,6%)

Anlagevermögen (ohne Vorsorgeaktiven)

704 135

558 116

26,2%

Abzüglich Fremdkapital
(ohne Finanzverbindlichkeiten und Vorsorgepassiven)

(1 726 075)

(1 537 045)

(12,3%)

Total investiertes Kapital

179 731

293 993

(38,9%)

Operatives Ergebnis

   
 

2017

2016

Δ

 

1000 CHF

1000 CHF

 

Development

39 241

36 983

6,1%

Schweiz

43 626

56 334

(22,6%)

Infrastructure

14 419

8 340

72,9%

International1

(31 812)

625

 

Diverses / Holding1

(1 883)

(4 375)

57,0%

Total operatives Ergebnis

63 591

97 907

(35,0%)

1   Vorjahr restated, siehe Seite 232, Erläuterung 5

Unverändert starke Eigenkapitalbasis

Die Bilanzsumme liegt zum Jahresende 2017 bei 2897 Mio. Franken (2016: 2629 Mio.). Der Einfluss der Akquisition von Bilfinger Hochbau beträgt rund 250 Mio. Franken. Das Eigenkapital von 654,9 Mio. Franken bleibt gegenüber dem Vorjahr in etwa stabil. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich aufgrund der Bilanzverlängerung auf 22,6 Prozent (2016: 25,3%). Damit steht Implenia auf einem soliden finanziellen Fundament.

Positive Aussichten für alle Heimmärkte

Die Prognosen für die Bauinvestitionen in der Schweiz sind positiv. Mit einer abrupten Veränderung der Marktsituation ist nicht zu rechnen. Die steigenden Investitionen im Strassen- und Bahnbau sowie anziehende Impulse im Nicht-Wohnungsbau stützen den Markt. Im Wohnungsbau sind allerdings regional unterschiedliche Entwicklungen zu erwarten. In den urbanen Zentren wird die Nachfrage ungebrochen hoch bleiben. Fundamental dürften aber steigende Zinsen die Entwicklung im Wohnungsbau bremsen.

Anhaltendes Wachstum in Deutschland

Insgesamt ist der Ausblick für die kommenden Jahre im Infrastrukturbau in Deutschland positiv. Der 2016 in Deutschland aufgelegte Bundesverkehrswegeplan mit einem Umfang von 270 Mrd. Euro (2016–2030) wird mittelfristig den deutschen Transportbereich (Strassen, Bahn und Wasser) stützen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Erhalt der Verkehrsnetze und dem Beseitigen von Staustrecken auf den wichtigsten Achsen. Ab 2020 wird der Bund alleine für den Bau und Betrieb der Autobahnen verantwortlich sein. Nach den Wahlen im vergangenen Jahr und der neuen Regierungsbildung liegen allerdings noch keine harten Budgetzahlen vor. Im Hochbau erwartet Implenia dank den anhaltenden Neubauaktivitäten weiteres Wachstum. Nach wie vor besteht insbesondere in den deutschen Metropolen ein klarer Nachfrageüberhang. Zudem dürfte der Nicht-Wohnungsbau von der guten Wirtschaftsentwicklung in Deutschland profitieren. Auch in Österreich sind die Aussichten positiv. Für Impulse sorgt der Rahmenplan 2017–2022 als Teil des strategischen Bahnausbaus «Zielnetz 2025+».

Infrastrukturausbau in Norwegen und Schweden geht weiter

In Norwegen und Schweden bleiben die Aussichten für die Infrastrukturmärkte gut. Trotz der Baisse des Ölpreises steigen in Norwegen die Investitionen in den Infrastrukturbau weiter. Der staatliche Infrastrukturplan für den Zeitraum zwischen 2013 und 2023 in der Höhe von mehr als 500 Mrd. Norwegischen Kronen sieht vor allem Investitionen in die Transportinfrastruktur (Schiene und Strasse) sowie in die Energie- und Wasserversorgung vor. In Schweden hat die Regierung neben dem laufenden Transportplan 2014–2025 mit einem Umfang von insgesamt 522 Mrd. Schwedischen Kronen eine zusätzliche Finanzierung von mehr als 1,3 Mrd. Schwedischen Kronen bis 2018 für den Bahnunterhalt bewilligt. Dies zeigt die Bereitschaft, weiter in den Bahnverkehr zu investieren.

Rekordhoher und qualitativ guter Auftragsbestand

Mit 6043 Mio. Franken liegt der Auftragsbestand auf Gruppenebene 17 Prozent über dem Vorjahr. Neben der Akquisition von Bilfinger Hochbau (gut 10%), verzeichnet die Gruppe auch organisch (3%) ein Auftragswachstum. Mit der Abwertung des Schweizer Frankens insbesondere gegenüber dem Euro wirkten sich derweil auch Währungseinflüsse mit rund 4 Prozent positiv auf das Auftragsbuch der Gruppe aus. Ein gutes Momentum verzeichneten vor allem die Segmente Schweiz und International.

Ende 2017 beschäftigte Implenia 9710 Personen gegenüber 8239 Mitarbeitenden per Ende 2016. Dabei sind mehr als 1000 Personen durch die Übernahme von Bilfinger Hochbau neu zur Gruppe gestossen.