Getingmidjan, Stockholm

Im Herzen der Hauptstadt Stockholm saniert Implenia eine der wichtigsten Verkehrsachsen von Schweden. Der zwei Kilometer lange Eisenbahnabschnitt «Getingmidjan» verbindet den Norden des Landes mit dem Süden. Er führt über die bekannte Insel Riddarholmen und befindet sich direkt gegenüber dem Rathaus und dem Hauptbahnhof. Für den Verkehr eröffnet wurde die Strecke erstmals 1871. Die heute existierende Infrastruktur entstammt den 1950er-Jahren, ihr Lebenszyklus neigt sich dem Ende zu und erfüllt die Anforderungen der heutigen Verkehrssituation nicht mehr.

Im Auftrag der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket modernisiert Implenia den Bahnabschnitt für rund SEK 885 Mio. Das Projekt umfasst auch den Ersatz und die Instandsetzung wichtiger Brücken und Tunnel, die Erstellung von Stützmauern, Sicherstellung von Lärmschutz, Erd- und Leitungsarbeiten sowie das Design. Um den Verkehr, sei es der Bahn-, Auto-, U-Bahn- oder Fussgängerverkehr, auf der Hauptverkehrsachse so wenig wie möglich zu stören, wird die Logistik hauptsächlich auf dem Wasserweg und mithilfe von Pontons sichergestellt – nur eine der vielen Herausforderungen des komplexen Infrastrukturprojekts.

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Facts & Figures

Projektname:
Getingmidjan

Standort:
Stockholm, Schweden

Bauherr:
Schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket

Auftrag:
Sanierung einer der wichtigsten Bahnabschnitte von Schweden

Auftragsvolumen:
SEK 885 Mio. (rund CHF 106 Mio.)

Zeitachse:
Sommer 2017 bis 2021

Herausforderungen:
Hoch frequentierter Bahnstreckenabschnitt im Herzen der Altstadt von Stockholm. Baustelle, die grosses Interesse hervorruft – Arbeiten finden unter dem prüfenden Blick der Öffentlichkeit statt. Die Hauptarbeiten werden jeweils während nur acht Sommerwochen durchgeführt, in denen der Abschnitt für den Zugverkehr gesperrt wird.

An Schwedens Hauptverkehrsschlagader

Alle paar Minuten rattern die Züge über «Getingmidjan». Beim zwei Kilometer langen Bahnabschnitt mitten in Stockholm handelt es sich um einen wahren «Schienenengpass». Die 1950er-Jahre-Infrastruktur der schwedischen Nord-Süd-Achse kann das Verkehrsaufkommen der Gegenwart auf Dauer nicht mehr bewältigen und wird jetzt grundlegend saniert.

Über die Insel Riddarholmen laufen diverse Verkehrswege: zwei Bahngleise, eine sechsspurige Autostrasse, eine U-Bahn-Strecke sowie Zonen für den Langsamverkehr, also für Fussgänger und Velofahrer. Geografisch auf engstem Raum und ohne dass das Antlitz der Stadt verändert werden darf, gilt es hier, den Eisenbahnabschnitt den heutigen Bedürfnissen anzupassen. Eine komplexe Aufgabe für die Infrastrukturexperten von Implenia.

Der Experte

Die Magie der Grossprojekte
Der 31-jährige Schwede Philip Thompson kam im März 2015 mit Bilfinger Construction zu Implenia. Angezogen wurde er vom Projekt «Citybanan», welches später von Implenia weitergeführt wurde.

Was machte den Reiz von «Citybanan» für Sie aus?
Philip Thompson: Es war das grösste Infrastrukturprojekt von Schweden. Und mein erster richtiger Job. Ich war sehr stolz.

Welche Aufgaben hatten Sie damals?
Ich startete als Site Engineer. In dieser Rolle kümmerte ich mich um die Administration der Verträge inklusive Kosten- und Mengencontrolling sowie um das Handling von Nachforderungen.

Philip Thompson, Production Manager, Implenia

Ziemlich viel Verantwortung für einen Newbie, oder?
Das stimmt, mit zunehmender Projektdauer durfte ich laufend mehr Verantwortung übernehmen, was für einen beruflichen Aufstieg essenziell ist. Auch nach der Integration in die Implenia Gruppe setzte sich das fort. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich bekam mehr Verantwortung, bevor ich überhaupt bereit dafür war. Doch ich wuchs mit meinen Aufgaben und im Nachhinein betrachtet sollte Implenia recht behalten: Ich war jeweils bereit für den nächsten Schritt gewesen, hatte es selbst nur noch nicht realisiert. Wenn man sich stets auf seine Vorgesetzten als Ansprechpartner verlassen kann, hilft das natürlich enorm.

Die Open Door Policy ist also kein Gerücht?
Nein. Wenn ich per Zufall den Implenia Sverige CEO Fredrik Björckebaum sehe, sage ich Hallo und er weiss direkt, wer ich bin. Hier sind die Hierarchien flach, die Zusammenarbeit konstruktiv-lösungsorientiert und nach der Arbeit gehen wir ab und zu gemeinsam etwas trinken.

Wie hat sich Ihre Funktion vom Site Engineer bis heute entwickelt?
Als das Projekt «Citybanan» in die Umsetzung ging, wurde ich Bauleiter für die Beton- und Stahlarbeiten. Dabei eignete ich mir das berufliche Rüstzeug an, um dann vor zwei Jahren die Verantwortung für ein Teilprojekt des nächsten Megaprojekts, «Getingmidjan», zu übernehmen. Mein Team und ich erarbeiten eine technische Lösung für einen Bauabschnitt, den wir später ausführen werden. Auf Projekt- und Implenia Ebene sehe ich noch viel Raum, um mich beruflich weiterzuentwickeln.

Der Einsteiger

Türöffner Traineeprogramm
Sven Laufer gehört wie Philip Thompson zum Team von «Getingmidjan». Im September 2017 stiess er als Trainee hinzu. Das Traineeprogramm von Implenia bot ihm einen schnellen Einstieg ins Berufsleben und brachte den 28-jährigen Deutschen erst in die Schweiz, dann nach Schweden und am Ende sogar eine Festanstellung.

Weshalb haben Sie sich für ein Traineeprogramm bei Implenia in der Schweiz entschieden?
Sven Laufer: Dafür waren diverse Faktoren ausschlaggebend. Implenia mit dem einprägsamen Margeriten-Logo kannte ich. Den Bachelor und Master in Civil Engineering von der TU München in der Tasche, wollte ich rasch rein in die Praxis, am besten an einen Unternehmenshauptsitz in einer anderen Stadt. Das Traineeprogramm von Implenia in der Schweiz dauert nur ein Jahr. Es gab mir die Möglichkeit, alle drei Monate die Aufgaben einer anderen Abteilung kennenzulernen – sowohl in der Schweiz als auch in Schweden.

Sven Laufer, Trainee «Getingmidjan», Implenia

Ihre dritte Traineestation führte Sie nach Stockholm. Wie kam es dazu?
Als Werkstudent bei Hochtief war ich bereits in Infrastrukturprojekte wie den Ausbau der «BAB A6» und der «2. Stammstrecke» in München involviert. Während meiner Stationen bei Implenia wurde mir bewusst, dass meine Leidenschaft tatsächlich der Infrastrukturbau ist. Also nutzte ich meine neuen Kontakte, um das Team von «Getingmidjan» vier Monate vor Ort zu unterstützen. Wer bei Implenia Eigeninitiative zeigt, kann es weit bringen.

«Durch das Traineeprogramm konnte ich mich beruflich und persönlich stark weiterentwickeln – und hatte bei Implenia einen Fuss in der Tür.»

Sven Laufer, Trainee «Getingmidjan», Implenia

Welche Aufgaben haben Sie für «Getingmidjan» übernommen?
In meiner Rolle unterstützte ich das Projektteam im Aufsetzen eines Controllingsystems und führte monatlich einen Soll-Ist-Vergleich der Kosten durch. Die Ausführung unterstützte ich bei der Planung von Verkehrsumleitungen. Zu meinen Aufgaben gehörten ausserdem viele Behördengänge und Kundenkontakte. Kein Leichtes, wenn Schwedisch nicht die Muttersprache ist. Zum Glück sind die Schweden recht locker und ich konnte jederzeit auf die Unterstützung meiner Kollegen wie Philip Thompson zählen.

Geht Ihr Weg bei Implenia weiter?
Ja, durch das Traineeprogramm konnte ich mich beruflich stark weiterentwickeln – und hatte bei Implenia einen Fuss in der Tür. Ab März bin ich Cost Controller für «Getingmidjan» und werde darauf hinarbeiten, in Zukunft kontinuierlich mehr Verantwortung zu übernehmen.

Gratulation! Hat Sie das Traineeprogramm auch als Privatperson verändert?
Natürlich, so eine intensive Zeit prägt! Mit meinem Aufenthalt in Schweden konnte ich Schwedisch lernen, an Selbstsicherheit sowie Kommunikationsstärke zulegen und interkulturelle Kompetenz aufbauen.